Innendämmung statt                                           Außendämmung

 

 

 

Überall da, wo die Fassade, also die Außenansicht, im Original (z.B. eine Schmuckfassade) erhalten bleiben soll und weniger Wärmeverlust in der Heizperiode erfolgen soll, gilt die Innendämmung als erste Wahl bei der energetischen Sanierung. Die Wärmedämmung wird dabei nicht außen, sondern raumseitig angebracht. Beim Anbringen einer Innendämmung (wenn also eine Außendämmung nicht möglich ist) ist ein Feuchtemanagement erforderlich.

 

Hier bieten sich zwei grundlegende Vorgehensweisen an:

 

Vermeidung von Tauwasserbildung durch Anbringen einer dampfdiffusionsbremsenden Schicht (Variante1)

oder

Verwendung eines diffusionsoffenen bzw. kapillaraktiven (Variante2)

oder

tauwassertoleranten (Variante3) Dämmmaterials, das die mögliche Kondensatbildung toleriert.

 

 

 

Variante1: Kondensatverhinderung


Die Innendämmsysteme sind hier absolut diffusionsdicht. Der verwendete Dämmstoff ist meist selbst die dichte Ebene; somit findet kein Feuchteaustausch zwischen Innendämmung und Innenraum (z.B. hochfeuchtebelasteter Raum) statt. Das Tauwasserrisiko aus Richtung Innenraum ist vermieden. Kommt allerdings Wasser in die Wandkonstruktion kann es nicht nach Innen hin abtrocknen. Typische Dämmmaterialien sind hier Schaumglas oder Aluminium-kaschierte Platten oder wedi Bauplatten (besteht aus einen blauen Kern extrudierten Polystyrol-Hartschaums, beidseitig mit einem Glasfasergewebe mit alkalibeständiger Appretur armiert und mit einem kunststoffvergüteten Mörtel beschichtet).

 

 

Variante2: Kondensatbegrenzung


Hier findet durch Einsatz einer Dampfbremse (diffusionshemmende Schicht) nur ein eingeschränkter Feuchteaustausch zwischen der Innendämmung und dem Innenraum statt. Wichtig ist hierbei, dass konvektiver Eintritt feuchtwarmer Luft dauerhaft an Fehlstellen (Durchdringungen, Anschlüsse etc.) vermieden wird. Wasser in der Konstruktion kann hierbei im Sommer nur bedingt nach innen abtrocknen. Typische Dämmmaterialien sind hier Klimamembrane mit Glas- oder Steinwolle, Expandiertes Polystyrol (EPS) mit Gipskartonplatte oder Zellulosewolle mit OSB-Platten (Grobspanplatten = oriented structural board).

 

Variante3: Kondensat Tolerierung


Bei diesen diffusionsoffenen, kapillaraktiven Innendämmsystemen wird Tauwasser aus Kondensatbildung durch das hydrophile Dämmmaterial aufgenommen, gespeichert und verteilt. Das Tauwasser wird von der Tauzone aus kapillar in den Dämmstoff nach innen transportiert. Von dort kann es nach innen wieder abtrocknen. Der Feuchteaustausch zwischen Konstruktion und Innenraum darf nicht behindert sein. Damit verbietet sich das Aufbringen dampfdichter Anstriche (z.B. Dispersionsfarben) oder Tapeten im Innenraum. Das System verzeiht jedoch dann konvektive Fehlstellen z.B. an Wärmebrücken. Typische Dämmmaterialien sind hier Calciumsilikatplatten, Mineralschaumplatten, Dämmputze etc.

 

Das iQ-Therm Verlegeprinzip wird nachfolgend kurz skizziert:

  1. Vorarbeiten - Als Untergrund sind alle mineralischen Baustoffe, ausgenommen Gips, zugelassen. Der Untergrund muss trocken und staubfrei sowie frei von haftungsmindernden Bestandteilen sein.

  2. IQ-Fix - Nach der Vorbehandlung erfolgt der vollflächige Auftrag von iQ-Fix (Hochwertiger Klebemörtel zum Verkleben von iQ-Thermplatten) mit geeigneter Zahnkelle im Kreuzgang sowohl auf der Platte als auch auf der Wand.

  3. IQ-Therm - Unmittelbar nach dem Auftragen von iQ-Fix werden die iQ-Therm Innendämmplatten fugenlos angeschlagen. Kreuzfugen sind zu vermeiden.

  4. IQ-Top - Auf die iQ-Therm-Platten wird iQ-Top - ein porosierter mineralischer Leichtmörtel - 10 bis 15 mm mit Gewebeeinlage iQ-Tex aufgebracht.

  5. iQ-Fill (optional) - Zum Erstellen feiner, geschlossener, anstrichfähiger Oberflächen, kann iQ-Top mit iQ-Fill - einem mineralischen, kapillaraktiven, filzbaren Flächenspachtel/Feinputz- abgeglättet werden.

  6. IQ-Paint - Die Abschlussbeschichtung erfolgt mit der kapillaroffenen Wandfarbe iQ-Paint.

 

Von Flankendiffusion spricht man, wenn Wasserdampf durch ein angrenzendes Bauteil wie z.B. eine Innenwand hinter die Dampfsperre gelangt und dort zu Schäden (z.B. Schimmelpilzbildung) führt. Folgende Abbildung veranschaulicht diesen bauphysikalischen Effekt: Flankendiffusion ist vor allem auch bei der Dämmung eines Daches wichtig, wenn sich auf der Außenseite eine dampfundurchlässige z.B. Bitumenbahn befindet. In diesem Fall ist die Feuchtigkeit zwischen zwei Dampfsperren eingeschlossen und kann sich über die Jahre dort ansammeln und Schäden verursachen.

innendaemmung1

An insbesondere „Schimmelwänden“ können nach der Schimmelpilzbeseitigung auch Calciumsilikat-Platten (auch "Klimaplatten" oder "Wohnklimaplatten") aufgebracht werden. Die Calciumsilikat-Platte ist eine Bauplatte, aus einem überwiegend anorganisch-mineralischem Baustoff, der aus Siliziumdioxid, Calciumoxid, Wasserglas und Zellulose besteht und mit Hilfe von Wasserdampf, gehärtet wurde. Die Platte ist formstabil, druckfest, nicht brennbar, diffusionsoffen, alkalisch (wichtig gegen Schimmelpilze!) und baubiologisch unbedenklich. Ihre Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen, zu puffern und abzugeben und ihre wärmedämmendeWirkung machen sie für Schimmelpilz-gefährdete Wände interessant.

 

 

Die Vorteile sind:

 

die relativ einfache Verarbeitung (Achtung: Die Anbringung auf den Untergrundwänden mit punktuell aufgetragenem Kleber oder Kleberbatzen birgt die Gefahr der Hinterlüftung und damit Kondensationsgefahr von eindringendem Wasserdampf, vor allem dann, wenn die Wandanschlüsse nicht sorgfältig abgedichtet werden. Dies ist unbedingt zu vermeiden. Wenn möglich ist eine vollflächige Verklebung, z.B. mit der Zahnspachtel durchzuführen)​die Klimaplatte ist "fehlertolerant": teilweise Perforation oder Beschädigung der Platte führt zwar zu Wasserdampfeintrag, der jedoch auf Grund der hohen Kapillarität (=Saugvermögen)                                                                    gepuffert und wieder abgegeben wird.

  • sie weist einen hohen pH-Wert auf, der eine Schimmelpilz-widrige Wirkung ausübt

  • sie wird oft von Baubiologen empfohlen und lässt sich unproblematisch entsorgen 

  • Energieeinsparung durch Wärmedämmeffekt

  • es ist keine zusätzliche Dampfsperre oder -bremse notwendig

 

 

 

 

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